Der obligatorische Spargel-Artikel

Sie kommt so verlässlich wie Weihnachten: die Spargelsaison. Und mit ihr eine kleine Ausgabe der typischen Rezept-, Restaurant- und Weinbegleitungsartikel. Bei uns gibt es seit zwei Jahren keinen weißen Spargel aus dem Kochtopf mehr – dafür ist er viel zu schade.

Statt dessen bereiten wir ihn nur noch im Backofen zu. Und zwar so:

  • Jeweils fünf bis sieben (je nach Dicke) Stangen geschälten Spargels auf ein großes Stück gebutterte Alufolie legen.
  • Mit Salz und etwas Zucker bestreuen, dazu zwei bis drei Butterflöckchen, ggf. auch etwas Pfeffer.
  • Die Päckchen gut zusammenfalten, es ist wichtig, dass kein Dampf entweicht.
  • Nun auf einen Rost legen und im Backofen (auf 200 Grad vorgeheizt) ca. 30 Minuten garen (das gilt für gut fingerdicke Stangen)
  • Spargelpäckchen erst auf dem Teller öffnen und das erste Genusserlebnis mitnehmen – den vorzüglichen Geruch.

Alles Weitere obliegt dem eigenen Geschmack. Wir brauchen keine weitere Sauce; die im Päckchen geschmolzene Butter genügt, dazu evtl. noch etwas Schnittlauch. Der Spargel hat ein wesentlich intensiveres Aroma als aus dem Wassertopf und gewinnt oft noch eine leichte Karamellnote hinzu. Und die zarten Köpfe bleiben unbeschädigt.

Außerdem gibt’s dazu natürlich Pellkartoffeln oder notfalls Salzkartoffeln und eine kleine Schinkenauswahl. Man muss sich da gar nicht auf eine Sorte festlegen, denn gerade der Wechsel zwischen z. B. luftgetrocknetem Schinken (Parma et al), mild geräuchertem Katenschinken (bloß nicht zu dick geschnitten), Südtiroler Kräuterschinken und vielleicht auch einem Kochschinken (gute sind leider selten) macht jede Portion wieder neu interessant.

Und der passende Wein dazu? Diese Trendsportart finde ich nicht so interessant – weiß und trocken oder höchstens ganz schwach restsüß muss er sein. Zu viel Säure sollte er nicht haben (Riesling kann hier problematisch sein), zu wenig aber auch nicht (etwa ein „Muschelwein“ wie Muscadet wäre zu blass), Holzeinsatz ist nicht gefragt (also keinen großen Burgunder bitte). Gestern war’s ein rheinhessischer Silvaner Kabinett aus 2007; Weiß- und Grauburgunder aus Stahltank oder großem Holzfass können ebenfalls gute Dienste leisten; bei Sauvignon Blanc ist Vorsicht geboten, es sollte dann ein aromatisch nicht zu prägnantes Exemplar sein. Ausgezeichnet funktioniert auch Grüner Veltliner.

Und eines ist gewiss: Am 24. Juni ist es dann wieder vorbei. Eine Selbstbeschränkung, die nicht nur den Spargelpflanzen hilft, sondern auch einen Teil des Genussreizes ausmacht.

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5 Gedanken zu „Der obligatorische Spargel-Artikel

  1. Matthias sagt:

    Mmmmm, das klingt wirklich lecker. Das muss ich mal so probieren, danke.

  2. Guidos Spargelzubereitungstipp…

    Wer kocht heutzutage schon ohne Notebook in der Küche, geschweige denn ohne das Backend der Blogsoftware und Twitter, die es mit noch leicht schmierigen Fingern zu füttern gilt, stets griffbereit zu haben? Eben.

    Wir halten uns heute an Guidos Zubere…

  3. Matthias sagt:

    Sind gerade am Nachkochen und ich schreibe darüber.

  4. Gunter sagt:

    Seit letztem Jahr bereiten wir Spargel auch nur noch auf diese Weise zu. Uneingeschränkte Zustimmung und danke für den Tipp, Guido.

  5. Topstar sagt:

    Naja, Spargel ist nicht so mein Ding. Aber vielleicht werde ich das mal Freunden und Bekannten zeigen die dies und das mal ausprobieren können. VIelleicht gefällt es denen ja.

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